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Dienstag, 20.01.2026

Die dunkle Seite des Lebens: neue Methode zur Bestimmung von Bodenorganismen entwickelt

Hände einer Person, die Erde untersucht

Die Qualität des Bodens hängt von den Organismen ab, die diesen bewohnen. Biolog:innen der Universität Graz haben eine neue Methode entwickelt, um kleinste Tierchen bestimmen zu können. Foto: Kannapat/Adobe Stock

Eine große Zahl der Bodentierchen ist kleiner als einen Millimeter und lässt sich daher schwer wissenschaftlich untersuchen. Biolog:innen der Universität Graz haben nun eine Methode entwickelt, um sowohl die Form als auch die DNA der Organismen zu bestimmen. Die Ergebnisse wurden im Journal Geoderma publiziert.

Was unter unseren Füßen kreucht und fleucht, spielt eine zentrale Rolle für die Landwirtschaft, das Ökosystem und das Klima. Der Boden beherbergt mehr als die Hälfte der weltweiten Biodiversität, dennoch sind viele der Tierchen – die sogenannten dunklen Taxa – noch kaum erforscht. Dazu zählen beispielsweise Milben und Wenigfüßer, die oft deutlich kleiner als ein Millimeter sind. „Unsere Untersuchungsmöglichkeiten dafür waren bislang stark eingeschränkt“, erläutert Sylvia Schäffer vom Institut für Biologie der Universität Graz. Gemeinsam mit Stephan Koblmüller und ihrem Team hat sie ein Procedere entwickelt, mit der Forscher:innen in wenigen Analyseschritten DNA-Proben gewinnen können. Die Körper der empfindlichen Organismen bleiben dabei für weitere Untersuchungen erhalten. 

„Unsere Methode ist ein Meilenstein für das Bodenmonitoring, von dem wiederum viele Bereiche profitieren werden“, schildert Schäffer. Die Grazer Biolog:innen konnten mit ihrer neuen Vorgehensweise für viele bisher unbekannte Arten bereits umfassende DNA-Daten gewinnen, die in einer internationalen Referenzdatenbank verfügbar sind. Anhand dieser genetischen Informationen und der äußeren Form der Tiere können diese nun eindeutig identifiziert und auch neue Arten präzise beschrieben werden. Die Forschungsergebnisse wurden in der Zeitschrift Geoderma veröffentlicht.

Publikation:
Sylvia Schäffer, Klaus Hasenhütl, Stephan Koblmüller: A window into dark taxa: morphology-compatible DNA extraction for tiny soil arthropods, Geoderma Volume 465.

Mikroskopaufnahme des Wenigfüßers Brachypauropus hamige
Konnte nun bestimmt werden: der Wenigfüßer Brachypauropus hamige; Foto: Uni Graz/Klaus Hasenhütl
Mikroskopbild einer Hornmilbe
Ebenfalls neu beschrieben: die Hornmilbe Pterochthonius angelus; Foto: Uni Graz/Sylvia Schäffer
Erstellt von Dagmar Eklaude

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