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Mittwoch, 08.04.2015

Bunte Väter machen Nachtschicht

Die Weibchen des Rotkopfregenpfeifers sind unauffälliger als die Männchen und brüten daher tagsüber. Die Väter übernehmen die Nachtschicht. Foto: M. A. Weston, Deakin University

Die Weibchen des Rotkopfregenpfeifers sind unauffälliger als die Männchen und brüten daher tagsüber. Die Väter übernehmen die Nachtschicht. Foto: M. A. Weston, Deakin University

Zoologe der Uni Graz untersucht Brutverhalten bei Vögeln

Mit buntem Gefieder protzen, aber das Ausbrüten der Eier den unauffälligen Weibchen überlassen: Auf ersten Blick scheinen viele Vogel-Männchen ein ziemliches Macho-Gehabe an den Tag zu legen. Nachts hingegen drehen sei den Spieß um und übernehmen die Fürsorge für den Nachwuchs. Dr. Clemens Küpper vom Institut für Zoologie der Uni Graz hat in einem internationalen Team dieses Verhalten beobachtet und nachgewiesen, dass das schmucklose Erscheinen  der Mütter die Überlebenschancen der Brut erhöht. Die Ergebnisse wurden heute unter dem Titel „The bright incubate at night: sexual dichromatism and adaptive incubation division in an open-nesting shorebird“ im renommierten Fachmagazin „Proceedings of the Royal Society B“ veröffentlicht.

„Viele männliche Vögel tragen ein imposantes, buntes Federkleid. Damit beeindrucken sie die Weibchen, ziehen allerdings auch Fressfeinde an“, schildert Küpper. „Würden sie bei Tageslicht brüten, brächten sie sich und ihren Nachwuchs in Gefahr.“
Das Forschungsteam, das der Biologe Dr. Mike Weston von der australischen Deakin University leitete, untersuchte in erster Linie den Rotkopfregenpfeifer, einen Vogel, der an Sandstränden Australiens verbreitet ist. Die WissenschafterInnen fanden dabei heraus, dass sich die werdenden Väter sehr wohl um den Nachwuchs kümmerten, aber beim Ausbrüten der Eier auf die Nachtschichten beschränkten. Es konnte erstmals experimentell gezeigt werden, dass die Bequemlichkeit am Tag tatsächlich nur dem auffälligen Gefieder geschuldet ist. „Wir positionierten Modelle von männlichen und weiblichen Vogeleltern neben den Nestern und beobachteten, dass jene Eier, die tagsüber von dezent gefärbten Weibchen betreut wurden, in dieser Zeit besser überlebten“, schildert Clemens Küpper, Co-Autor der Studie. In der Nacht, wenn Füchse unterwegs sind, die sich auf ihren Geruchsinn verlassen, spielte es dagegen keine Rolle, wer brütete.
„Die Vögel teilen sich die Fürsorge so ein, dass sie möglichst nicht entdeckt werden“, fasst Küpper zusammen. Gemeinsam mit dem Team, zu dem auch Mitarbeiter von BirdLife Australia gehören, will er nun die Vorteile des bunten Gefieders beim Regenpfeifer erforschen.

Erstellt von Dagmar Eklaude

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