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Montag, 20.02.2017

Forschung mit Strahlkraft

V.l.: TU-Rektor Harald Kainz, die BioTechMed-Direktoren Peter Holzer und Rudolf Zechner, Landesrat Christopher Drexler, Med-Uni-Rektor Hellmut Samonigg und Uni-Graz-Vizerektor Peter Riedler beim Kick-off zu den Leuchtturmprojekten. Fotos: Uni Graz/Pichler

V.l.: TU-Rektor Harald Kainz, die BioTechMed-Direktoren Peter Holzer und Rudolf Zechner, Landesrat Christopher Drexler, Med-Uni-Rektor Hellmut Samonigg und Uni-Graz-Vizerektor Peter Riedler beim Kick-off zu den Leuchtturmprojekten. Fotos: Uni Graz/Pichler

Stefan Schild präsentierte das Projekt „Sekretom“, in dem die Kommunikation zwischen Darmbakterien und Darm erforscht wird.

Stefan Schild präsentierte das Projekt „Sekretom“, in dem die Kommunikation zwischen Darmbakterien und Darm erforscht wird.

Frank Madeo leitet das Projekt „EpiAge“, in dem die ForscherInnen die molekularen Mechanismen des periodischen Fastens analysieren.

Dagmar Kratkys Projekt „Lipases and Lipid Signaling“ widmet sich der Rolle von Enzymen bei der Bekämpfung von Krankheiten.

Dagmar Kratkys Projekt „Lipases and Lipid Signaling“ widmet sich der Rolle von Enzymen bei der Bekämpfung von Krankheiten.

Gernot Plank erklärte Inhalte und Ziele des Projekts „ILearnHeart“.

Gernot Plank erklärte Inhalte und Ziele des Projekts „ILearnHeart“.

Die Auftaktveranstaltung im Meerscheinschlössl war gut besucht.

Die Auftaktveranstaltung im Meerscheinschlössl war gut besucht.

BioTechMed-Graz investiert 2,3 Millionen Euro für vier Leuchtturmprojekte an drei Universitäten

Sie sollen buchstäblich die Strahlkraft erhöhen – die vier Leuchtturmprojekte der Kooperation BioTechMed-Graz. Höchstes internationales Niveau haben dabei nicht nur die eingereichten und in Folge vorgestellten Forschungsvorhaben. An weltweiten Maßstäben orientierte sich nämlich auch die Vergabe der Mittel auf Basis eines kompetitiven Verfahrens. Insgesamt 37 Anträge haben gemeinsame Forschungsgruppen von Karl-Franzens-Universität, Medizinischer sowie Technischer Universität Graz eingereicht. „Das enorme Interesse der ForscherInnen hat die Erwartungen deutlich übertroffen und gezeigt, wie wichtig diese Kooperationsprojekte für den Forschungsstandort sind“, schildert BioTechMed-Direktor Rudolf Zechner. Im Zuge eines internationalen Gutachterverfahrens wurden schließlich vier Projekte ausgewählt, die in den kommenden drei Jahren mit insgesamt mehr als 2,3 Millionen Euro gefördert werden. Die Förderung wird aus den laufenden Leistungsvereinbarungen aller drei Universitäten gespeist, die insgesamt mehr als fünf Millionen Euro für BioTechMed-Graz eingeworben hatten.

Kick-off
Am 17. Februar 2017 fand im Meerscheinschlössl der Uni Graz die Kick-off-Veranstaltung zu den Forschungsvorhaben statt. „BioTechMed-Graz ist eine Erfolgsgeschichte“ unterstrich Vizerektor Peter Riedler, der in Vertretung von Rektorin Christa Neuper die TeilnehmerInnen begrüßte. „Durch das Commitment der drei Universitäten, gemeinsam einen Schwerpunkt auszubilden, werden profilbildende Bereiche gestärkt und Ressourcen gebündelt.“ Auch Med-Uni-Rektor Hellmut Samonigg und TU-Graz-Rektor Harald Kainz betonten die Bedeutung des Forschungsverbundes. Landesrat Christopher Drexler bestätigte dessen Strahlkraft: „BioTechMed-Graz ist für sich betrachtet schon ein Leuchtturm und aus der Forschungslandschaft der Steiermark nicht mehr wegzudenken.“
Unter der Moderation der beiden BioTechMed-Direktoren Rudolf Zechner (Uni Graz) und Peter Holzer (Med Uni Graz) stellten die LeiterInnen der vier Leuchtturmprojekte dann ihre Forschungsvorhaben vor.

Die Rolle von Enzymen bei der Bekämpfung von Krankheiten
Viele Enzyme, welche die Bildung oder den Abbau bioaktiver Lipide (Fette) und damit den Stoffwechsel von Zellen und so in Folge auch Entzündungsprozesse und Krebswachstum beeinflussen, sind derzeit noch unbekannt oder unzureichend beschrieben. Das Projekt „Lipases and Lipid Signaling“ konzentriert sich nun auf die Erforschung von drei Enzymen. Ziel ist es, ihre Funktion in der Herstellung und im Abbau bioaktiver Lipide aufzuklären und deren Rolle bei verschiedenen Krankheiten wie Atherosklerose sowie bei Darm- und Atemwegserkrankungen besser zu verstehen. Kennt man diese Enzyme und ihre Effekte, kann man in die Freisetzung dieser Botenstoffe eingreifen und dadurch unerwünschte Wirkungen wie Entzündung oder Schmerz verhindern.
Fördersumme: 750.000 Euro, Projektleiterin: Dagmar Kratky, Institut für Molekularbiologie und Biochemie, Med Uni Graz

Sprache zwischen Bakterien und Darm
Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse deuten auf eine intensive Kommunikation zwischen den Darmbakterien und dem Darm hin. Zur Verständigung benutzen die Bakterien häufig Effektoren, die direkt im Organ freigesetzt werden. Solche Effektoren reichen von einzelnen Molekülen bis zu komplexen Verbindungen mit vielseitiger Zusammensetzung. Somit besitzen die Bakterien und der Darm eine gemeinsame „Sprache“, in der die Wörter durch verschiedene Effektoren symbolisiert werden. Im Rahmen des BioTechMed-Projekts „Sekretom“ werden neueste Methoden eingesetzt, um am Beispiel zweier bakterieller Effektoren (Tilivalline und Membranvesikel) mehr über die Sprache zwischen Bakterien und Darm zu lernen. Die Forschung hat zudem eine hohe Relevanz für die Entwicklung therapeutischer Anwendungen, um Darmerkrankungen vorzubeugen oder zu bekämpfen.
Fördersumme: 429.000 Euro, Projektleiter: Stefan Schild, Institut für Molekulare Biowissenschaften, Uni Graz

Bildbasiertes Lernen für Computermodelle des Herzens
Computermodelle, die in der Lage sind, den Herzschlag von PatientInnen detailliert zu simulieren, gelten als die vielversprechende Technologie, um die Diagnostik von Herzerkrankungen zu verbessern. Solche Modelle erlauben es, therapeutische Szenarien computergestützt zu simulieren und eine optimale Therapie effizient und präzise zu planen. Diese Personalisierung von Modellen erfordert komplexe mathematische Verfahren, die im Rahmen des Leuchtturmprojekts „ILearnHeart“ entwickelt werden.
Fördersumme: 427.000 Euro, Projektleiter: Gernot Plank, Institut für Biophysik, Med Uni Graz

Gesundes Altern durch periodisches Fasten
Die Reduktion der täglichen Kalorienaufnahme schützt gegen unterschiedlichste Erkrankungen wie Diabetes und metabolisches Syndrom, Neurodegeneration oder Krebs. Eine besser und leichter durchführbare Alternative ist das periodische oder intermittierende Fasten. Diese Art des Fastens ist charakterisiert durch den Wechsel von Phasen mit vollkommenem Verzicht auf Nahrungsaufnahme, gefolgt von Phasen mit uneingeschränkter Zufuhr. Im Projekt „EpiAge“ werden Blutproben von Menschen untersucht, die einem 24 Stunden-Fastenrhythmus folgen, das heißt, auf einen Fastentag folgt ein Tag, an dem alles gegessen werden darf. Obwohl seit Jahren die positiven Effekte des Fastens auf die Gesundheit propagiert werden, fehlt nach wie vor das Verständnis der grundlegenden molekularen Mechanismen. Basierend auf der „InterFAST“ Studie, in der Menschen, die periodisch fasten, medizinisch begleitet und regelmäßig untersucht wurden, wird das Leuchtturmprojekt die molekularen Mechanismen des periodischen Fastens analysieren.
Fördersumme: 749.000 Euro, Projektleiter: Frank Madeo, Institut für Molekulare Biowissenschaften, Uni Graz

Erstellt von Andreas Schweiger & Gudrun Pichler

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