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Mittwoch, 08.03.2017

Gesund geschlüpft

Die Bienenkönigin erschnüffelt an ihren Arbeiterinnen Krankheiten und reagiert darauf. Foto: Nikola Milatovic ©NikolaMilatovic.com

Die Bienenkönigin erschnüffelt an ihren Arbeiterinnen Krankheiten und reagiert darauf. Foto: Nikola Milatovic

ZoologInnen der Uni Graz fanden heraus, wie Bienenkönigin Nachwuchs vor Krankheiten schützt

Bedroht eine bestimmte Krankheit den Stock, kann die Königin entsprechende Immun-Gene aktivieren und bei der Eiablage den Schutz ihren Nachkommen vererben. Das haben Dr. Javier Hernández López, Dr. Ulrike Riessberger-Gallé und Dr. Wolfgang Schühly vom Team Bienengesundheit am Institut für Zoologie der Uni Graz herausgefunden. Wie dieser Mechanismus funktionieren könnte, haben die ForscherInnen im soeben erschienenen Fachmagazin Molecular Ecology beschrieben.
Die Königin kann „riechen“, gegen welche Bedrohung sie den Kampf aufnehmen muss. „Eine Krankheit verändert die Zusammensetzung des Kohlenwasserstoff-Profils, das Bienen auf ihrer Körperoberfläche haben und das für ihren spezifischen Geruch verantwortlich ist“, erklären die WissenschafterInnen. Diese Veränderung an den Arbeiterinnen nimmt die Königin wahr und schaltet die nötige Immunreaktion ein. „Das konnten wir in unserer Untersuchung erstmals zeigen“, freut sich Wolfgang Schühly. Und die Erkenntnisse sind bahnbrechend: „Vor wenigen Jahren waren Fachleute noch davon überzeugt, dass wirbellose Tiere überhaupt kein komplexes Immunsystem haben“, so der Zoologe.
Dass das bloße Erschnüffeln der Krankheit für den Schutz des Nachwuchses ausreichte, belegten zwei Versuche: Hatte die Königin mit einer infizierten Arbeiterin direkten Körperkontakt, fiel ihre Immunreaktion stärker aus. Außerdem aktivierte sie ihre Abwehr-Gene auch dann, wenn das Geruchsprofil von den Arbeiterinnen heruntergewaschen und separat auf einem Papierblättchen dargeboten wurde.
Bienen über eine „Duft-Impfung“ langfristig gegen Krankheiten zu wappnen, ist derzeit allerdings noch keine Option: „Der von uns beobachtete Mechanismus hält maximal wenige Tage an, weil die Königin ständig auf geänderte Bedingungen im Stock reagiert“, erklären die ForscherInnen.

Die Forschungsarbeit war Teil des Großprojekts „Zukunft Biene“, das Univ.-Prof. i.R. Dr. Karl Crailsheim leitet.

Publikation:
Javier Hernández López, Ulrike Riessberger-Gallé, Karl Crailsheim und Wolfgang Schühly: „Kutikulare Kohlenwasserstoffprofile von immunstimulierten Arbeiterinnen erzeugen eine Immunaktivierung in Bienenköniginnen“,
Molecular Ecology, DOI:10.1111/mec.14086

Erstellt von Dagmar Eklaude

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