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Mittwoch, 04.06.2014

Leben auf dem Mars?

Die Forschungsgruppe im Feld: Prof. Aberra Mogessie und Melina Gamsjäger (r.), Prof. Jesús Martínez-Frías (l. vorne), Prof. Fernando Rull (r. ganz hinten) und Jesús Medina von der Universität Valladolid (l. hinten)

Die Forschungsgruppe im Feld: Prof. Aberra Mogessie und Melina Gamsjäger (r.), Prof. Jesús Martínez-Frías (l. vorne), Prof. Fernando Rull (r. ganz hinten) und Jesús Medina von der Universität Valladolid (l. hinten)

Das Projektgelände auf Teneriffa

Das Projektgelände auf Teneriffa

ErdwissenschafterInnen der Uni Graz erforschen Umweltbedingungen des Roten Planeten

Die Beantwortung der Frage, ob es jemals Leben auf dem Mars gegeben hat, ist eine der spannendsten Herausforderungen der heutigen Wissenschaft. Um die Umwelt auf dem Roten Planeten näher zu erforschen und neue Technologien für eine „Mars Sample Return (MSR)-Mission“ in den 2020er-Jahren zu testen, hat die Europäische Weltraumagentur ESA das ExoMars-Programm ins Leben gerufen. Bei der geplanten Mission sollen erstmals Gesteinsproben zur Erde gebracht werden.

Dazu leisten auch ErdwissenschafterInnen der Karl-Franzens-Universität Graz ihren Beitrag. Im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit dem Institute of Geosciences (IGEO) in Madrid untersucht Melina Gamsjäger für ihre Masterarbeit auf Teneriffa Veränderungen an der Erdoberfläche sowie hydrothermale Prozesse – das sind Vorgänge, bei denen aus gas- und salzhaltigen wässrigen Lösungen Mineralien ausfallen. Betreut wird sie dabei von Ao.Univ.-Prof. Dr. Aberra Mogessie vom Institut für Erdwissenschaften der Uni Graz und Prof. Jesús Martínez-Frías vom IGEO.

 

Teneriffa dient der Forschung als sogenannter „Mars Analog“, da die Insel mit hydrothermisch veränderten vulkanischen Felsen in mancher Hinsicht ähnliche Bedingungen wie der Rote Planet aufweist. Frühere Studien haben bereits auf mineralogische und geochemikalische Gegebenheiten Teneriffas hingewiesen, die für die Untersuchung einiger Bereiche auf dem Mars von Bedeutung sein können – unter anderem hinsichtlich möglicher Hinweise auf Leben. Eine besondere Rolle spielt dabei das Zusammenwirken von Wasser und vulkanischem Gestein.

Im Mai hat das Team von Uni Graz und IGEO im Gebiet „Los Azulejos“ im Teide-Nationalpark Gesteinsproben gesammelt und diese mittels Raman-Spektroskopie vor Ort analysiert. Die Raman-Spektroskopie ist eine berührungsfreie Analysenmethode zur chemischen und physikalischen Charakterisierung von Materialien, die auch bei der geplanten Mars-Mission zum Einsatz kommen soll.

 

Das ExoMars-Programm, das von 2016 bis 2018 laufen wird, ist eine Weiterentwicklung der aktuellen Mars-Mission „Curiosity“, in welche die Forschungsgruppe um Prof. Jesús Martínez-Frías und Prof. Fernando Rull von der Universität Valladolid involviert ist. Die spanischen WissenschafterInnen sind für die Raman-Spektroskopie verantwortlich, mit der bereits Gesteins- und Bodenproben vom Roten Planeten untersucht werden. Im Rahmen von ExoMars soll diese Analysemethode noch verfeinert werden.

Erstellt von Gudrun Pichler

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