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Dienstag, 04.10.2016

Neue Erkenntnisse zu altem Wissen

Rudolf Bauer (2.v.l.) mit Hermann Stuppner, Präsident HMPPA, Rektorin Christa Neuper, Anna-Rita Bilia, Präsidentin GA, und Vize-Studiendekan Martin Mittelbach (v.l.). Foto: Uni Graz/Pichler

Rudolf Bauer (2.v.l.) mit Hermann Stuppner, Präsident HMPPA, Rektorin Christa Neuper, Anna-Rita Bilia, Präsidentin GA, und Vize-Studiendekan Martin Mittelbach (v.l.). Foto: Uni Graz/Pichler

Rudolf Bauer feierte seinen 60. Geburtstag mit einem Symposium zu aktuellen Entwicklungen in der Arzneipflanzenforschung

Die Arzneipflanzenforschung im 21. Jahrhundert war Thema eines Symposiums, das die Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA) am 30. September 2016 anlässlich des 60. Geburtstags von Univ.-Prof. Dr. Rudolf Bauer an der Uni Graz veranstaltete. Bauer, Leiter des Instituts für Pharmazeutische Wissenschaften der Karl-Franzens-Universität, hat als international renommierter Experte der Arzneipflanzenforschung in Graz nachhaltige Impulse gesetzt, seit er 2002 als Professor für Pharmakognosie an die Karl-Franzens-Universität berufen wurde. Im Vordergrund seiner wissenschaftlichen Arbeit stehen phytochemische und pharmakologische Untersuchungen entzündungshemmender und immunmodulierender Wirkstoffe von Arzneipflanzen, unter besonderer Berücksichtigung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). 2007 begründete Bauer mit Univ.-Prof. DDr. Gerhard Litscher von der Med Uni Graz das Forschungszentrum für Traditionelle Chinesische Medizin.

Rektorin Christa Neuper würdigte in ihren Grußworten die Pionierleistungen des Jubilars: „Prof. Bauer macht die Arzneipflanzen der TCM für die westliche Welt zugänglich und ebnete an der Universität Graz den Weg für diese Forschung.“ Weiter unterstrich Neuper Bauers Engagement für die internationale Vernetzung, sei es durch die Organisation großer Konferenzen in Graz oder seine Initiativen zur Begründung von Projekten und Partnerschaften mit Forschungseinrichtungen im Reich der Mitte.
So werden etwa in einem Projekt mit der Academy of Chinese Medical Sciences in Peking die Auswirkungen verschiedener chinesischer Heilkräuter auf so genannte „Lifestyle related diseases“, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, untersucht. Durch eine Kooperation mit dem Guangxi Botanischen Garten in Südchina, dem weltweit größten botanischen Garten für Arzneipflanzen, wurde die wissenschaftliche Zusammenarbeit vor drei Jahren noch weiter vertieft. Aufgrund seiner Expertise ist der Grazer Forscher mit bayrischen Wurzeln an chinesischen Universitäten als Gastprofessor hoch geschätzt. Die engen Kontakte eröffnen auch Studierenden und NachwuchswissenschafterInnen interessante Möglichkeiten des gegenseitigen Austausches im Rahmen von Aufenthalten an chinesischen Einrichtungen.

Rudolf Bauer – er ist Autor von über 330 wissenschaftlichen Publikationen – kann auf bedeutende Forschungserfolge verweisen. Aus seiner Arbeit resultierten sechs Patente. Zahlreiche bisher ungenutzte und gleichzeitig vielversprechende Wirkstoffkandidaten gegen Entzündungen, insbesondere im Herz-Kreislauf-System, hat er mit seinem Team bereits entdeckt. Die bioaktiven Stoffe lassen auf neue effektive, nebenwirkungsarme Therapien hoffen.

Neben seiner regen Forschungstätigkeit engagiert er sich aber auch in verschiedenen Funktionen für die Wissenschaft sowie die Qualität und Sicherheit von pflanzlichen Arzneimitteln, etwa als Präsident der International Society of Ethnopharmacology oder als Stellvertretender Vorsitzender des Expert Committee of TCM Pharmaceutical Analysis of the World Federation of Chinese Medicine Societies.
Für seine wissenschaftlichen Leistungen und sein Engagement wurde Rudolf Bauer bereits vielfach geehrt und ausgezeichnet, zuletzt erhielt er 2016 den vom Technologieunternehmen Waters Corporation gesponserten „Distinguished Achievement Award“.

Unter den GratulantInnen zum 60. Geburtstag Prof. Bauers waren unter anderen der Präsident der HMPPA, Univ.-Prof. Dr. Hermann Stuppner, Univ.-Prof. Dr. Martin Mittelbach, Vize-Studiendekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Uni Graz, und Anna-Rita Bilia, Präsidentin der Gesellschaft für Arzneipflanzen- und Naturstoff-Forschung (GA).

Erstellt von Gudrun Pichler

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