Eine buchstäblich heiße Spur hat der Erdwissenschaftler Dominik Sorger verfolgt. In einem internationalen Forschungsteam unter der Leitung der Universität Göttingen untersuchte er ein Gestein aus Papua-Neuguinea, das vor etwa 4,4 Millionen Jahren durch Subduktion, also die Abwärtsbewegung einer Erdplatte, in mehr als 90 km Tiefe gelangte und später wieder an die Oberfläche kam. Winzige Einschlüsse in Granatkristallen zeigen, dass dieses Gestein auf dem ersten Abschnitt seines Wegs bis deutlich wärmer war, als man bisher angenommen hätte.
„Solche Einschlüsse sind ein seltener Glücksfall, denn Gesteine aus derart großen Tiefen bewahren kaum Informationen über frühere Stadien ihrer Versenkung. Genau diese verraten uns hier Neues über die Druck- und Temperaturentwicklung in Subduktionszonen“, berichtet Sorger. Diese überraschende Erkenntnis kann dazu beitragen, die Auswirkungen von Subduktionsprozessen auf Erdbeben und vulkanische Aktivitäten besser zu verstehen.
Publikation:
Geothermal gradient change during subduction recorded by ultrahigh-pressure eclogite, Schönig et al., Nature Geoscience (Open Access), DOI: https://doi.org/10.1038/s41561-026-02110-1