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Freitag, 26.04.2013

Grüne Forschung

CO2 sauber nutzen: ChemikerInnen der Uni Graz wurden für ihr wissenschaftliches Engagement gewürdigt. Foto: B&C Privatstiftung.

CO2 sauber nutzen: ChemikerInnen der Uni Graz wurden für ihr wissenschaftliches Engagement gewürdigt. Foto: B&C Privatstiftung.

ChemikerInnen der Uni Graz erhalten den Houska-Anerkennungspreis für Verfahren zur sauberen Nutzung von Kohlendioxid

Die Verwendung von fossilen Rohstoffen, die noch immer beinahe ausschließlich zur Energieerzeugung verbrannt werden, ist maßgeblich für die stetig steigende Konzentration von Kohlendioxid (CO2) in unserer Atmosphäre verantwortlich. Dieser negative Einfluss wirkt sich merklich auf die Umwelt, Treibhauseffekt und Klimawandel, aus. In einer einzigartigen Kooperation der Karl-Franzens-Universität Graz mit Austrian Centre of Industrial Biotechnology - ACIB - ist es ForscherInnen gelungen, CO2 als Baustein in der organischen Synthesechemie zu verwenden. Der Schlüssel dieser neuen Technologie ist die Verwendung von Biokatalysatoren (Enzymen) welche unter milden, umweltfreundlichen Bedingungen CO2 an aromatische Verbindungen fixieren. Das Projekt "Carbone dioxide - a problematic waste gas as carbon source for organic synthesis" wurde für den Houskapreis nominiert - die Forschungsgruppe wurde im Rahmen der Verleihung am 25. April in Wien mit 10.000 Euro für ihr wissenschaftliches Engagement ausgezeichnet.



Seit 2010 arbeitet die Forschungsgruppe unter der Leitung von Dr. Silvia Glück am Institut für Chemie, Fachbereich Organische & Bioorganische Chemie, an diesem Verfahren. "Wir verwenden CO2 als Synthesebaustein", erläutert Glück, "welches in einer enzymkatalysierten Reaktion an molekulare Bausteine fixiert wird und erhalten dadurch Carbonsäuren." Carbonsäuren werden in zahlreichen Reaktionen der Chemischen Industrie als Bausteine, so genannte „building blocks“, unter anderem zur Herstellung von Kosmetika, Agrochemiekalien und Pharmazeutika - Aspirin- eingesetzt. Ein weiterer positiver Aspekt sind die umweltfreundlichen Reaktionsbedingungen, unter welchen diese neue Technologie durchgeführt wird: Raumtemperatur, Normaldruck, pH-neutral. "Es freut uns ganz besonders, dass unsere Arbeit in diesem Projekt aus dem Bereich der Biokatalyse für den Houskapreis nomniert worden ist." Das Projekt zeigt aber auch, wie sich Forschung am Standort Graz bestmöglich miteinander vernetzt.

 

Der Forschungspreis der B&C Privatstiftung
Mit der Verleihung des Houskapreises fördert die B&C Privatstiftung wirtschaftsnahe Forschungsprojekte österreichischer Universitäten und drückt so ihre Wertschätzung für die hervorragende Arbeit aus, die an Österreichs Universitäten geleistet wird. Der Forschungspreis ist nach dem erfolgreichen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Dr. Wolfgang Houska benannt, der von 2000 bis 2005 Vorstandsmitglied der Stiftung war. Houska verstarb im Jahr 2005, nur wenige Monate vor der ersten Preisverleihung. Der Forschungspreis der B&C Privatstiftung trägt dazu bei, die finanziellen Grundlagen für Innovation und Forschung in Österreich zu verbessern. Mit einer Dotierung von 300.000 Euro ist er der größte privat vergebene Forschungspreis Österreichs.

 

 

Rückfragen:
Dr. Silvia Glück
Institut für Chemie
Karl-Franzens-Universität Graz
Tel.: 0316 380 5479
E-Mail: si.glueck(at)uni-graz.at

 

Erstellt von Konstantinos Tzivanopoulos

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