„Das Enzym, das wir gefunden haben und für unsere Untersuchungen verwenden, wird von einem Bakterium produziert“, erklärt Lilla Gal. Für die Reaktion braucht es lediglich eine wässrige Lösung und Temperaturen um die 30 Grad Celsius, also weder Chemikalien noch große Energiemengen. Das neu entdeckte Werkzeug kann beispielsweise in nur einem Schritt eine Substanz für ein Malaria-Medikament herstellen, und das völlig ohne Nebenprodukte. „Bei herkömmlichen Methoden entsteht rund 60 Prozent Abfall. Dieses perfekte Ergebnis hat uns selbst überrascht“, berichtet Gals Dissertationsbetreuer Wolfgang Kroutil.
Das Enzym kann weiters für die Produktion von Antifraßmitteln oder antibakteriellen Wirkstoffen eingesetzt werden. In einem nächsten Schritt versucht Gal nun, durch Manipulationen des Werkzeugs die Herstellung weiterer chemischer Verbindungen zu ermöglichen.
Gals Projekt ist Teil des europäischen Marie-Curie-Trainingsnetzwerks „BioDeCCodiNNg“, das sich damit beschäftigt, neue und umweltfreundlichere Wege zu finden, um Verknüpfungen zwischen Atomen herzustellen. Im Fokus stehen dabei Bindungen zwischen Kohlenstoff- oder Stickstoff-Atomen. Enzyme, also Werkzeuge der Natur, können solche Reaktionen meist besonders umweltschonend und effizient ermöglichen.